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Aus Tokyo

Erstmal ein kleiner Hinweis für alle kommenden Artikel: Wer die japanischen Zeichen lesen möchte, muss eventuell im Browser unter “Ansicht -> Zeichenkodierung” Japanisch auswählen. In diesen Artikel lade ich nur ein paar Fotos hoch. Die restlichen Fotos könnt ihr euch unter http://picasaweb.google.de/danieltrum/Japan# ansehen.

Also…

Als Ausländer kommt man in Japan mitten in der Pampa an, da anscheinend alle internationalen Flüge zum neueren Flughafen Narita (成田) gesteuert werden, welcher sich gut 60 Kilometer außerhalb von Tokyo (東京) auf dem einfachen Lande befindet. So dauert dann die Fahrt zum Hotel ins Zentrum von Tokyo ca. 1 ½ Stunden, erst recht, wenn man das Vergnügen hat, zur Rush Hour unterwegs zu sein, so wie es bei uns der Fall war.

ホテルで (Im Hotel)

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Am Hotel angekommen stürzen sich gleich zwei typische, eher schwach gebaute Japaner, auf das Gepäck und laden es so schnell auf ihre Wägelchen, dass man glaubt, man sei überfallen worden. Daraufhin wird einem mit einer Reihe geduckter Köpfe, nicht ungleich den Lichterketten auf der Landebahn eines Flughafens, der Weg zum Check-in Schalter aufgezeigt. Auf dem Zimmer möchte der hyperaktive und ständig lächelnde Gepäckjunge unbedingt noch alle Features erklären und verabschiedet sich dann vielmals verbeugend und gleichzeitig entschuldigend, dass sein Englisch so schlecht sei und dass er mehr üben müsste.

東京のメトロは (Tokyo Metro)

Muss man Angst vor der ersten Fahrt mit der Tokyo Metro haben? Nein! Wie dieses Bild zeigt, wird beinahe alles auch auf Englisch geschrieben. Die Suche nach dem richtigen Weg und dem zu kaufenden Ticket ist zwar verwirrend aufgrund der schieren Größe des Metro-Netzwerkes, aber sobald man drin sitzt wird ständig, wenn auch in gebrochenem Englisch, durchgesagt, wohin man fährt und welche Station als nächstes kommt. Wer`s akustisch nicht versteht, kann die Infos in den neueren Waggons auch auf Bildschirmen und digitalen Laufbändern lesen. Der Preis für eine einfache Fahrt von meinem Wohnheim zur 11km entfernten Uni beträgt 230 Yen (1,75 Euro). Ein Taxi für dieselbe Strecke kostet ca. 5000 Yen oder 38 Euro und ist nicht mal schneller, denn 40 Minuten braucht man immer für die Strecke.

タクシー (Takuschii, dt. Taxi)

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Was mich zum Taxi bringt. Komische schwarze oder weisse Autos nach klassischem (sprich: wie von Kinderhand gemalt) Design. Keine Ahnung, ob Toyota die Dinger immer noch extra für die Taxifahrer herstellt, oder ob die Taxis so gut gepflegt werden, dass sie 25 Jahre lang fahren. Der typische Taxifahrer schnieft und räuspert sich ständig und fährt so, als ob es für ihn keine Verkehrsregeln gäbe. In der gut besuchten Einkaufsmeile von Shinjuku (新宿), wo ohnehin schon eine Million Menschen leben, es aber noch dichter wird, wenn halb Tokyo zum einkaufen dorthin geht, fährt der Taxifahrer schon mal der shoppenden Fussgängerin bis auf 5cm an den Hintern heran, um deutlich zu machen, dass er jetzt Vorfahrt hat.

トイレ (Toiletten)

High-tech Toiletten von allen möglichen Herstellern (u.a. Panasonic) zeichnen sich durch die Möglichkeit aus, mit einem gezielten Wasserstrahl aus einer Düse den allerwertesten zu reinigen. Noch dazu gibt es auch eine Bidet-Funktion, sowie manchmal (z.B. im Hotel) einen beheizten Toilettensitz. Bei der Ausführung der genannten Funktionen mangelt es nicht an merkwürdigen Geräuschen, die einen beim ersten Mal erschrecken dürften, so dass man sich fragt, ob man sitzen bleiben, oder doch lieber schnell aufspringen sollte, bevor es zu spät ist.

アザレアハウス (Azalea House)

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Dies ist mein Wohnheim. Der Flur zwischen den Zimmern sieht wie ein Gefängnis aus. Wer durch die Wohnorte Tokyos schlendert, weiß allerdings, dass dies bei Mehrfamilienhäusern normal ist. Die Japaner haben offenbar eine Vorliebe für den Gefängnisstil. Das Zimmer ist so klein wie erwartet, allerdings deutlich schmutziger als erwartet. Trotz der wörtlichen Versicherungen der Hausmeisterin ist hier offenbar schon seit Erbauung des Gebäudes nicht mehr richtig geputzt worden, was natürlich auch einiges sagt über die Studenten, die vorher hier gehaust haben. Aber nach einer kräftigen Putzaktion ist es bewohnbar. Und nachdem wir die Wohnung mit einer Mikrowelle und einem Staubsauger aufgemotzt haben und ich von der Hausverwaltung einen Kühlschrank ohne pekige, sich ablösende Türdichtungen sowie eine neue Heizplatte bekommen habe, ist es schon einigermaßen erträglich hier. Das wichtigste ist natürlich die Klimaanlage, ohne die man das feuchtwarme Wetter (25-27°C, teilweise extrem sonnig) auf die Dauer nicht aushalten könnte. Leider hat sie so ihre Macken (geht immer wieder von selbst aus und muss vom Strom genommen werden), so dass mich noch einige Sorgen plagen, insbesondere jetzt am Wochenende, wo niemand von der Verwaltung hier ist, um mir z.B. eine Reparatur zu bestellen.

マナー (Manaa, vom engl. Manners, dt. Manieren)

Einige Besonderheiten im Alltag fallen sofort auf: Zum Beispiel die hygienisch verpackten feuchten Tücher, die in allen Restaurants auf dem Tisch liegen. Dafür fehlt ein Salz- oder Pfefferstreuer. Offenbar mögen es japanische Köche nicht, wenn man ihr Essen nachwürzt. Allgemein sind die Speisen hier deutlich weniger gewürzt als in Europa. Aber zum Essen werde ich ein anderes Mal etwas schreiben. Jedenfalls ist es hier eindeutig sauberer als in Deutschland oder der Schweiz. Es gibt teilweise Gegenden im Zentrum, wo man meinen könnte, dies sei die Lobby eines Bürogebäudes und nicht die öffentliche Strasse.

地下鉄で寝る (Schlafen in der U-Bahn)

Dieses Phänomen verdient einen eigenen Artikel. Egal welche Tageszeit, egal welche Bahnlinie, egal welcher Waggon, viele Japaner schlafen in der U-Bahn. Dabei macht es ihnen nichts aus, den Kopf an die Schulter des Sitznachbarn zu legen, so wie es mir heute Mittag widerfahren ist, als eine Japanerin in meinem Alter sich es an meiner Schulter gemütlich machte, wahrscheinlich ohne zu merken, dass ein Ausländer neben ihr sitzt. Denn wenn Japaner nicht schlafen, gucken sie entweder auf den Boden oder spielen mit ihren Eipotts oder Handys. Ihnen ist es wohl peinlich, sich grundlos gegenseitig ins Gesicht zu schauen und sich zu beobachten, so wie es in Deutschland üblich ist. Eigentlich verständlich. Zudem einen das Schaukeln der Waggons während der ziemlich langen Fahrtzeiten ohnehin in den Schlaf wiegelt 😉

上智大学 (Sophia Universität Tokyo)

An der Uni merkt man gleich, dass es sich hierbei um ein privates Unternehmen handelt, wie es bei Unis in Japan (und sonst weltweit nur in den USA) üblich ist. Riesige, scheinbar neue oder sehr gut renovierte Gebäude mit toller Ausstattung (alles klimatisiert, neue Einrichtungen/Möbel). Kaum etwas sieht durch Gebrauch abgenutzt aus.

Das solls fürs erste gewesen sein. Sobald ich endlich mal eine richtige Internetverbindung in meinem Zimmer habe, werde ich weiter berichten.

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