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Selbstbedienung vs. Service

Ein Unterschied, der einem zwischen Japan und Europa auffällt, ist die Menge an Dienstleistungen und Hilfen, die einem alltäglich angeboten werden. Zum Beispiel stehen an jeder Baustelle zwei bis drei Leute, die nur damit beschäftigt sind, den ganzen Tag VOR der Baustelle zu stehen und ab und zu Passanten umzuleiten (Dies machen meist ältere Männer, die wahrscheinlich sonst keinen Job mehr bekommen). Wenn es regnet, bekommt man im Restaurant (vielleicht auch in anderen Geschäften) einen Regenschirm geschenkt, damit der Kunde auch trocken nach Hause kommt. Wenn man im Hotel nach dem besten Weg nach 3-10-18 Heiwadai fragt, kümmert sich gleich das halbe Hotelpersonal darum, einen mit Karten zu versorgen und den Weg möglichst detailliert aufzuzeigen. Natürlich rennen sie einem auch nach draussen hinterher, um zu sehen, dass man auch den richtigen Weg einschlägt…

In Europa sind solche Gepflogenheiten schon längst verschwunden. Hier ein alter, aber sehr interessanter Fernsehbericht von RTL dazu:

Ökonomisch gesehen kann man diesen Unterschied nur damit begründen, dass die Europäer einfach keinen Wert auf Service legen und an der Ware interessiert sind, denn die (West-)Europäer sind nicht ärmer als die Japaner, so dass sie sich den Service nicht leisten könnten. Warum aber will man den Service hier nicht? Es gibt in Europa eher die Haltung, dass man alles im Leben möglichst eigenständig auf die Beine stellen soll. Man lässt sich zwar gerne vom Staat durchfüttern, aber der ist eben keine Person, die vor einem steht. Im persönlichen Umgang schämt man sich schon, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Denn gute Leistungen werden nicht honoriert. Hingegen wird gerne sofort auf alles schlechte mit dem Finger gezeigt. So ist auch das Schulsystem gestaltet (Ich kenne es zwar nur aus Deutschland, aber woanders wird es vermutlich gleich sein, weil die Systeme ähnlich aufgebaut sind). Die starken Schüler werden zurechtgestutzt und den schwachen wird nicht geholfen, besser zu werden. Anstatt dessen kommen sie aufs Abstellgleis namens Hauptschule. An der Uni setzt sich das fort. Die schwachen werden ausgefiltert, indem man sie einfach schlecht vorbereitet zu zu schweren Prüfungen schickt. Hilfe gibt es nicht.

Beim Schulsystem ist der Grund eindeutig dass die Schulen staatlich sind. Dadurch fehlen die Anreize, sich um den Kunden (Schüler) zu kümmern. Aber so lernen die Kinder schon von klein auf den Verzicht auf Service und das Sich-Selbst-Durchschlagen-Müssen. Hingegen hat Japan sehr viele private Schulen/Unis…

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