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Wie krank ist das denn…

Heute in den Nachrichten: Der Gesundheitsfond ist pleite

“Um die Finanzlücke zu schließen, könnte die Bundesregierung mehr Steuergelder als geplant in den Gesundheitsfonds fließen lassen – oder ein neues Sparpaket für das Gesundheitswesen beschließen. Möglich wäre auch eine Anhebung des allgemeinen Beitragssatzes über die gegenwärtigen 14,9 Prozent hinaus.” (Zitat Spiegel Online vom 7. Oktober 2009)

Oder könnte man nicht… vielleicht… die URSACHE des Problems beseitigen??!

Die Ursache ist mal wieder ökonomischer Natur. Das deutsche Krankenversicherungssystem funktioniert nach dem All-You-Can-Eat-Prinzip. Der einheitliche Beitragssatz liegt bei 14,9%, somit ist die Summe, die der Versicherte zahlt, primär von seinem Einkommen abhängig. Für diesen Beitrag darf man dann so oft man will “arzthoppen” gehen. So sieht’s dann auch aus: Deutsche sind Weltmeister bei der Anzahl an Arztbesuchen.  Das ist einfache Ökonomie: Der Mensch reagiert auf Preise. Jede zusätzliche Behandlung kostet nichts, also wird ungehemmt konsumiert. Wer sich jetzt fragt, warum dann in den USA die Kosten im Gesundheitswesen noch höher liegen, obwohl doch dort angeblich alles etwas kostet: Mehr als die Hälfte aller amerikanischen Arbeitgeber bieten Krankenversicherungen an (übrigens ein Resultat staatlicher Bevorzugung solcher Versicherungen). Meistens übernehmen die Arbeitgeber 70-90% der Kosten (schade, dass ich den Artikel zum Beweis nicht mehr finden kann).

Es kommt also zu unnötigen Kostensteigerungen, weil das Versicherungsprinzip an sich krank ist. Lasse ich mir etwa den Sprit für mein Auto von der Kfz-Versicherung zahlen? Versicherungen sollen nur gegen den schwer vorherzusehenden und unbezahlbar teuren Ernstfall versichern. Und nicht gegen Halsentzündungen, Zahnbehandlungen oder die Kur zum Stressabbau. Die Lösung des Problems muss also so aussehen, dass ein hoher Selbstbehalt eingeführt wird, so dass nur grosse Schadensfälle uneingeschränkt von der Versicherung gedeckt werden.

Bleibt noch das zweite Problem im deutschen System: gesetzliche Krankenversicherungen. Durch das jetzige System haben sie einen Anreiz, so ineffizient wie nur möglich zu arbeiten. Denn je höher die Kosten sind, desto höhere Beitragssätze oder gar direkte Zuschüsse vom Bundeshaushalt kann man fordern. Warum sollten sie die Kosten senken? Wenn sie Gewinne einführen, würden ja die Politiker herkommen und den Beitragssatz und die Zuschüsse senken wollen, wodurch der Gewinn wieder weg wäre.

Aber wer redet schon über die Behebung von Ursachen…

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