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Persönliche Freiheit vs. Gesellschaft

Dies ist der klassische, unüberwindbare Gegensatz des Liberalismus. Wo hört meine Freiheit auf und wo fängt die des anderen Menschen an? Im wesentlichen haben Staaten nur den Zweck, diese Frage irgendwie mit Gesetzen zu beantworten. Muss ich mich impfen lassen, um die Freiheit (sprich: Gesundheit) anderer Menschen nicht zu verletzen? Oder zählt meine Freiheit mehr? In den USA, wo sich sonst Menschen mit allerhand Waffen zuhause verbarrikadieren und wie Asterix und die Gallier Widerstand gegen die römischen Steuerbehörden üben, gibt es erstaunlicherweise häufig die Impfpflicht. In Deutschland hingegen, wo man sich sonst so viel vom Staat vorschreiben lässt, darf jeder soviel Bakterien und Viren verschleudern, wie er will (passt zum All-You-Can-Eat-Prinzip, könnte man All-You-Can-Infect nennen).

Der US-Bundesstaat New Hampshire hat als vielleicht einziges entwickeltes Land der Welt keine Anschnallpflicht im Straßenverkehr. Warum auch? Wen gefährdet man, wenn man sich nicht anschnallt? Es liegt also keine Verletzung der Freiheit anderer Leute vor. Viele US-Bundestaaten haben keine Helmpflicht für Motorradfahrer. In Deutschland diskutiert man über die Einführung einer Helmpflicht für Fahrradfahrer. Wen gefährdet man, wenn man ohne Helm fährt?

In sozialistischen Staaten wie Deutschland oder Großbritannien diskutiert man über Gesundheitskontrollen und Verhaltensregeln, damit jeder fit bleibt und keine Kosten verursacht. In Japan wird das schon angewendet. Aber mit welchem Recht kann man davon sprechen, dass meine Fettleibigkeit die Freiheit anderer Menschen einschränkt? Wen gefährde ich mit meiner Fettleibigkeit? Die Befürworter des “War On Fat” werden sagen, dass die Gesundheitskosten von meinem Verhalten in die Höhe getrieben werden, womit ich anderen Beitragszahlern schade. Dieses Argument ist einfach nur bullshit. Erstens, wenn es nur private Krankenversicherungen gäbe, würde mir zwar die Versicherung eventuell vergünstigte Tarife anbieten, wenn ich an Fitnessseminaren teilnehme, aber sie könnte mich nicht dazu zwingen, wie es der Staat macht. Das heißt, die Kosten für mein Verhalten würden auf mich abgewälzt und das ist auch okay so. Zweitens, es ist eine Unverschämtheit gesundheitliche Gefährdungen mit finanziellen Gefährdungen gleichzustellen (passt aber zu dem Trend, dass betrügerische Banker länger in den Knast kommen als Vergewaltiger oder Mörder).

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2 comments on “Persönliche Freiheit vs. Gesellschaft

  1. Also Daniel, ich muss dir schon ein Kompliment machen über deinen Blog. Es ist immer eine Freude die neuen Einträge, besonders solche wie diese, zu lesen. Du hast echt das Talent, den Nagel auf den Kopf zu treffen! Gruss GC

    • Danke Danke. Es freut mich, dass schon einige Gefallen an diesem Blog gefunden haben. Ich werde mein Bestes geben auch weiterhin den Nagel und nicht meinen Daumen zu treffen 😉

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