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Warum Chinas Erfolgsstory bald vorbei ist

Es ist interessant wie fast alle davon ausgehen, dass China selbstverständlich auch weiterhin, so wie die letzten 25 Jahre, Wachstumsraten von über 8% hinlegen kann. Der Blog “Free Exchange” der Zeitschrift The Economist vergleicht das alte europäische Währungssystem der 70er Jahre mit dem heutigen Chinesischen und erwähnt dabei beiläufig, ohne es zu bemerken, die Hauptgründe für den kommenden Abschwung in China:

“In the period during which exchange rates were pegged, Western European economies grew by some 3.6% annually. Thereafter, growth slowed—from 1975 to 2004, Western Europe grew by about 1.9% annually compared to America’s 2.1%—but that decline is easily attributable to the end of postwar catch-up growth, spiking oil prices, and pain generated by sclerotic labour markets in a slower growth environment.”

(Text von mir hervorgehoben)

Hm, mal sehen: China holt jetzt seit fast 30 Jahren mit einem Affentempo auf und hat mittlerweile in den Küstenprovinzen schon das Einkommensniveau von Osteuropa erreicht. Der Ölpreis ist seit 2002 explodiert, so wie auch zwischen 1973 und 1981. Und China hat 2006 ein neues, arbeitnehmerfreundlicheres Arbeitsrecht beschlossen, welches strenger als z.B. in Taiwan sein soll. Und tatsächlich scheint China 2009 zumindest eine kleine Rezession gehabt zu haben, was natürlich die öffentlichen Stellen niemals zugeben würden.

Genauso wie die Regierungen Europas damals wird auch die chinesische Regierung heute es nicht wahrhaben wollen, dass das Wachstum sich abschwächen muss. Deshalb werden sie mit inflationären Mitteln (Banken zu Krediten zwingen, mehr Geld drucken) versuchen, die Wirtschaft anzukurbeln. Für Deutschland, die USA und Japan sind das natürlich dumme Aussichten, da man sich ja so freut, nach China exportieren zu können. Das grosse Problem wird dann sein, welches Land sonst noch auf der Welt als Wachstumsmotor in Frage kommen könnte…

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2 comments on “Warum Chinas Erfolgsstory bald vorbei ist

  1. MMM, da bîn ich mir nicht sicher… Haben sie wirklich schon aufgeholt?

    • Die Küstenprovinzen haben teilweise osteuropäisches Niveau erreicht und Gesamt-China ist immerhin auf dem Niveau von Brasilien. Das soll nicht heissen, dass der Aufholprozess vorbei ist, aber er wird sich sicher verlangsamen, weil Chinas Kostenvorteile schnell schrumpfen. Bis jetzt sind die Industrielöhne nicht so stark gestiegen, aber China geht langsam das Reservoir an Arbeitern vom Land aus, so dass massive Lohnsteigerungen bevorstehen.

      Hier findest du eine BIP-Tabelle für die Provinzen:
      http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_Chinese_administrative_divisions_by_GDP_per_capita

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