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Staatsschulden gegen die Wirtschaftskrise? Quatsch

Der Geist von John Maynard Keynes ist wiederauferstanden und spukt in den Köpfen vieler Politiker und Ökonomen. Schulden müsse der Staat machen, um die Krise möglichst bald zu beenden, heißt es. Das Prinzip dahinter ist folgendes: Der Staat soll mit Investitionen private Investoren motivieren, ebenfalls zu investieren. Das nennt sich dann “spending multiplier” oder “Multiplikatoreffekt”. Dummerweise haben viele ökonomische Nachforschungen gezeigt, dass der Multiplikator garnicht existiert oder sogar gegenläufige Wirkung entfalten kann. Für diejenigen, die viel Zeit haben: Greg Mankiw zitiert hier ein paar neue Forschungsergebnisse. Man bedenke, dass Mankiw sich als Neo-Keynesianer betrachtet!

Wem solche ökonomische Forschung wie Hokus Pokus vorkommt, kann vielleicht aus der Geschichte lernen: In der Großen Depression von 1929-1938  betrieben die USA und Deutschland eine keynesianische Politik. Zwar sieht es in dieser Grafik so aus, als ob es gewirkt hätte, aber Deutschland hat sich den Aufschwung durch massive Rüstungsausgaben (ich glaube es waren ca. 20% des BIP) auf dem Papier erschaffen und wäre dadurch auch Pleite gegangen, wenn nicht 1939 der Weltkrieg ausgebrochen wäre. Vor allem kann man erkennen, dass die Staaten, die sich möglichst früh vom Goldstandard verabschiedeten, nachher sich am besten erholten. Dies konnte auch von zahlreichen Nachforschungen als die wahre Ursache für die Unterschiede zwischen den Staaten ausgemacht werden und ist auch seit Jahrzehnten durch solide Theorie gedeckt.

Schließlich noch ein Blick in die Gegenwart: Die baltischen Staaten machen derzeit auch eine große Depression durch, weil sie sich nicht vom Euro lösen wollen (siehe Goldstandard 1930er). Ihre dadurch überbewertete Währung schwächt die Exporte und steigert die Auslandsverschuldung. Interessant ist hier, dass Litauen und Lettland sich weigern, die Staatsausgaben zu reduzieren, während Estland spart, was das Zeug hält. Das Ergebnis? Allen drei Staaten geht es gleich miserabel, aber Estland ist nun das einzige Land, dem die Gläubiger noch vertrauen. Litauen und Lettland wären schon Pleite, wenn die EU und der Internationale Währungsfond nicht mit Milliardenspritzen nachgeholfen hätten. Ein negativer Effekt der Sparpolitik Estlands ist nicht zu erkennen.

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