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Die Robin-Hood-Demokratie

Es war ein Mal im Mittelalter die sogenannte Agrargesellschaft. Fast jeder war ein Landarbeiter. Wenn sie nicht gerade Leibeigene waren, konnten sie relativ unabhängig entscheiden, wann und wieviel sie arbeiteten. Eines Tages kam die “Industrie”. Die abhängige Lohnarbeit in Fabriken, unter strengen Kontrollen, schockte die ehemaligen Bauern. Sie fühlten sich wie Sklaven, die unter Aufsicht gefährliche und harte Arbeit verrichteten. In der Agrargesellschaft war der Bauer den Launen der Natur (gute Ernte, schlechte Ernte) ausgesetzt und fand im christlichen Glauben eine Stütze gegen empfundendes ökonomisches Unrecht. In der Industriegesellschaft war er nun den Launen der Konjunktur ausgesetzt und nahm sich den Kommunismus als Ersatzreligion, die ihn die Hoffnung vermittelte, eines Tages das “Leid” der Arbeiter beseitigt zu können.

Die Demokratie ermöglichte es ihm, Teile seiner Träume in die Wirklichkeit umzusetzen. So wurden die Arbeitslosenversicherung, Sozialhilfe, staatliche Rentenprogramme, solider Kündigungsschutz  und andere Wohlfahrtsmassnahmen durchgesetzt. Nicht mehr schutzlos der Konjunktur ausgesetzt, zeigte er kaum noch Bedarf für irgendeine Religion, weder Kommunismus noch Christus.

Enstanden war aber eine neues Verhältnis zwischen Staat und Bürgern. Die meisten Bürger, ungefähr drei von vier, verdienten kaum mehr als den Durchschnittslohn. Erfindungsreich, wie der schlaue Ex-Bauer war, dachte er sich die “progressive Steuer” aus, nach dem Prinzip: zahlen soll, wer zahlen kann. Da vor allem “die da oben” sehr viel zahlen konnten, und deshalb auch mussten, war der Durchschnittsbürger fein raus. Gleichzeitig behielt er sich natürlich das volle Stimmrecht bei Wahlen vor, sodass er und seine “Leidensgenossen” gegen “die da oben” die Steuer immer weiter zu ihren Gunsten verfeinern konnten.

Zehn Prozent der Bevölkerung zahlen 50% aller Steuern, meldete die FAZ. Dabei verdienen sie nur 23% aller Einkommen. Doch keiner hörte hin. Internationale Organisationen bescheinigten sogar dem deutschen Bürger, dass er am ungerechtesten behandelt wird. Und so war der Weg frei für weitere Steuererhöhungen, stets nach dem Prinzip: wer in der Minderheit ist, muss zahlen.

Dies ist die Basis der Ausbeutung der Oberschicht. Ja genau, sie haben richtig gelesen! Doch so geht es auf die Dauer nicht. Denn wenige Leute, wie “die da oben”, sind schnell über die Grenze, und damit ganz verloren. Oder doch nicht? Der Staat jagd die “Flüchtlinge” international, bis die Spezies “Oberschicht” ausgestorben ist. Nur, wer kommt dann für die Steuern auf? Ach, schmeissen wir’s auf den Schuldenberg drauf! Und so macht sich der Bürger sein Paradies kaputt. Das Geld anderer Leute wollte er ausgeben, doch am Ende ist es seins.

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