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Chile Is Successful

So successful that it passed a historical milestone in the process of becoming the first developed country of Latin America: Chile is now a member of the OECD, better known as the club of industrialized/developed countries. Here is the OECD news report, and here is a German report for my German readers.

Let’s see how Chile’s economy transformed during the last 40 years. Here is a comparison of real GDP over time from Wikipedia, using the respected dataset from Angus Maddison (the blue line is Chile, the orange line is the Latin American average):

Let’s compare Chile to Argentina and Brazil (illustration done by me, dataset is the same from Angus Maddison):

Note that Chile is yellow this time and that I started in 1961, which makes the increase after 1983 appear less dramatic. Of course, this is only a visual, not a factual, difference.

Let me emphazise some aspects of this chart. I’m sorry for the German text, but I didn’t want to make new charts. “Beginn der Pinochet-Regierung” means “beginning of the Pinochet administration”:

You can see that Chile was about to fall behind Brazil before the Pinochet administration. This was because of the socialist Allende administration, which introduced socialism to the Chilean economy from 1970 onwards, with clear effects afterwards. At that time, GDP growth since 1961 had been even worse than that of Argentina, a country that experienced two military coups, massive social upheaval, and inflation up to 50% per year between 1961 and 1970. Chile’s only trouble in that time period was high inflation, though it was not higher than in Argentina.

With the exception of the financial crisis in 1982 that was brought along by wrong monetary policy (note: against the advice of Milton Friedman!), the Chilean economy boomed ever after the privatization and liberalization efforts of the Pinochet administration. In 1973 Argentina’s GDP was almost twice as high as Chile’s. Today Chile has surpassed Argentina and is in much better shape for sustainable future growth than Argentina, which seemingly is bound to become bankrupt again in the next two years.

But there is even more to see in this GDP chart. Let’s have another look:

What I want to show to you with my awesome drawing skills is that Brazil experienced something similar to Pinochet’s Chile, the so called Brazilian miracle. Roughly between 1967 and 1980, the Brazilian economy grew at a rate comparable to that of China today, over 7% per year. As with all economic “miracles”, they are not miracles at all. Instead, they are the result of economic liberalization, i.e. deregulation, and privatization, i.e. abolishing state ownership. Before 1967, the Brazilian economy was buried under leftist policies, which included forced industrialization, nationalization, and inflation up to 75% per year because of the government’s inability to control expenditures, though one has to admit that this is really difficult to do when you nationalize half of the economy…

By the way, if you ask yourself why the Brazilian miracle did not last that long, please be reminded that the democratic governments from the 1980s onwards revoke some of the earlier reforms. Further, they caused a terrible hyperinflation that wrecked the whole financial system and deprived many Brazilians of their personal savings.

To conclude, military governments are certainly not a good thing. The Juntas in Argentina and Uruguay failed to reform the economy properly, perhaps they even did more harm than good to the economy. But if democracy fails to provide a sustainable legislative framework for the economy, then a military coup might be the last resort. What would have been the alternative in Latin American countries? All mentioned countries were caught in a vicious circle of leftist policies that wrecked the economy, and increasing demands for socialism because of the bad economy. Brazil and Chile were on the verge of full-scale communism. Let’s just hope that European and American democracies work better, so that we will never go that far.

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2 comments on “Chile Is Successful

  1. Pinochet setzte Friedmans Plan gut um. Er privatisierte Staatsunternehmen, schaffte alle Preiskontrollen ab und riss jede Barriere des Freihandels nieder. Das alles brachte nichts. Die Inflation erreichte 1974 376(!) Prozent. Die Arbeitslosigkeit schoss in die Höhe, weil ausländische Produkte von gestern auf heute den Markt überschwemmen und die privatisierten Unternehmen massenhaft Arbeiter entließen. Pinochet hatte mit Friedmans Plan eine aufstrebende Volkswirtschaft in einen Sumpf des Hungers und der Armut verwandelt. Die Chilener, die den Putsch unterstützten (meist Unternehmer) hatten plötzlich nichts mehr.

    Neoliberale Ökonomen sehen in der Inflation eine Marktkrankheit, die darauf hinweist, dass dieser nicht „frei“ genug ist. Ebenfalls gibt es ein gängiges Argument, wenn ihre Reformen versagen: die Dosis ist nicht hoch genug. Darum predigte Friedman auf einem Besuch in Chile weiterhin davon, alles noch freier und noch deregulierter zu machen. Die Inflation und die Arbeitslosigkeit würden dann von selbst wegfallen, wie von (unsichtbarer!) Zauberhand. Pinochet führte den Befehl aus Chicago bereitwillig aus. Die Arbeitslosigkeit stieg auf unglaubliche 20% an (unter Allende: 3%). Unter Allende betrug der Anteil am Einkommen einer Familie, der für Brot, Milch und öffentliche Verkehrsmittel ausgegeben wurden, 17%. Unter Pinochet: 74%. In der Schule gab es keine Milch mehr, Kinder brachen im Unterricht zusammen, wenn sie denn noch hingingen. Man schaffte Gruppenarbeiten ab, um das als marxistisch verpönte „kollektive Arbeiten“ zu verhindern. Dann wurde das Schulsystem privatisiert. Es gab „Charter Schools“ (wie in New Orleans nach der Flutkatastrophe), das Gesundheitssystem ebenfalls. Kindergärten, Friedhöfe – ja sogar die Sozialversicherung wurde dem Markt unterstellt. Friedrich von Hayek schwärmte von der Welle des Luxus, die durch das Land ging und bewunderte die Kaufhäuser voller Luxusartikel, während in den Kellern darunter Menschen brutalst gefoltert wurden. Pinochet machte 14 Millarden Dollar Schulden und das Land hielt sich nur deswegen, weil die Kupferminen nie privatisiert wurden. Und Wohlstand am BIP zu messen ist übrigens eine ziemlich dreiste Augenwischerei.

    45% lebten 1988 unter der Armutsgrenze, die Einkommen der obersten 10% stiegen um 83%. Selbst 2007 ist Chile nach einer UN-Untersuchung zum Thema Arm/Reich-Gefälle auf Platz 116 von 123. Friedmans liberales Experiment war gescheitert. Man hätte daraus lernen können, dass eine freie Marktwirtschaft entweder in einem Volksaufstand oder in einem autoritären Staat mündet, aber nein: man machte weiter. In Südamerika gab es noch viel Potenzial, das man ausschöpfen konnte und es blieben: Argentinien, Brasilien und Uruguay.
    Gut gemacht, Augusto!

    • Die Daten über die Einkommen der “Reichen” und “Armen” werden aus den selben Quellen bezogen, mit denen das BIP berechnet wird. Also entweder traut man beidem oder keinem. Das BIP ist die derzeit beste verfügbare Methode, um Wohlstand zu messen. Alle anderen versuchten Methoden benutzen Grössen, die mehr oder weniger 1:1 mit dem BIP korreliert sind. Wenn ich jemandem sage, dass Deutschland ein BIP von $34.000 hat, China $6.500 und Ungarn ziemlich genau in der Mitte mit $18.500 liegt, dann wird sie mir nach dem Besuch dieser drei Länder bestätigen, dass das BIP die Wohlstandsunterschiede gut wiederspiegelt.

      “Die Arbeitslosigkeit schoss in die Höhe, weil ausländische Produkte von gestern auf heute den Markt überschwemmen und die privatisierten Unternehmen massenhaft Arbeiter entließen”

      Richtig. Die zuvor staatlichten Firmen waren einfach unproduktiv und hätten schon längst verschwinden müssen. Deswegen wurden sie ja vorher verstaatlicht (um sie zu retten, siehe heutige Ereignisse in Europa). Durch diesen sicherlich schmerzhaften Prozess wurden produktive Kräfte frei, die in sinnvollere Tätigkeiten investiert werden konnten. Hätte man das alles schon 10-20 Jahre früher gemacht, wäre die Umstellung nicht so schmerzhaft gewesen. Allende hat durch seine Verstaatlichungen den Staat in die Pleite getrieben. Man sollte nicht vergessen: Verstaatlichungen kosten den Staat Geld! Die Folgen von schlechter (oder guter) Wirtschaftspolitik spürt man natürlich erst mit Verzögerung ein paar Jahre später. Dank der miserablen Haushalts- und Wirtschaftspolitik Allendes brauchte Chile 10 Jahre lang, um Inflation und Pleite hinter sich zu lassen und die Wirtschaft wieder auf Wettbewerb einzustellen. Als 1983 diese “Transformationsprobleme” (siehe auch Osteuropa 1990-2000) überwunden waren, begann ein formidabler Aufschwung, der auch 27 Jahre später anhält.

      Übrigens, ich habe noch nie davon gehört, dass Neoliberale die Inflation für ein Symptom unfreier Märkte halten. Vielmehr sieht man Inflation als ein rein monetäres Phänomen, das in 99,9% aller Fälle die Folge von zu hohen Haushaltsdefiziten ist. Inflation ist also sozusagen ein Pleite-Eingeständis eines Landes und kommt daher meist in sozialistischen Staaten vor, siehe Zimbabwe, Venezuela, oder kommunistisches Osteuropa der 1980er Jahre.

      “Man hätte daraus lernen können, dass eine freie Marktwirtschaft entweder in einem Volksaufstand oder in einem autoritären Staat mündet”

      Hm, also mir ist nicht aufgefallen, dass wir in Nordamerika, Japan oder Westeuropa in den letzten 50 Jahren einen Volksaufstand oder einen autoritären Staat gehabt hätten…

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