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Da kommt die Depression…

Die Griechen legen mit dem Sparen los. Und die Wirtschaft geht den Bach runter, aber richtig. Mal sehen wie lange die das aushalten werden, ehe sie dann doch lieber aus der Eurozone austreten wollen…

Wird jedenfalls ziemlich hässlich. Und all die Leute, die jetzt in den Nachrichten sagen, dass Griechenland über’n Berg ist, werden sich wundern, wenn die Pleite Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres kommt. Zugegeben, zuerst dachte ich, dass es schon gutgehen würde, aber nachdem ich mir die Zahlen mal genau angesehen habe wurde mir übel (Quelle: CIA World Factbook):

Die Griechen importieren mehr als dreimal soviel wie sie exportieren. Die Differenz wird logischerweise durch Schulden beglichen. Dementsprechend sind die Auslandsschulden fast doppelt so gross wie die jährliche Wirtschaftsleistung (ist zwar bei Deutschland genauso, aber die haben dank der Exportüberschüsse auch Vermögen im Ausland, so dass man netto im Grünen ist). Das schlimmste ist aber, dass der griechische Staat nach den Reformen mit einem Defizit von 8% pro Jahr rechnet, obwohl sie schon über 110% vom BIP Schulden haben.

Bis jetzt mussten sie ja dank niedriger Zinsen nur ca. 4% vom BIP als Zinsen jährlich begleichen, aber nun kommen bis zu 8% vom BIP an Zinszahlungen pro Jahr auf sie zu. Ich frage mich, ob das wohl schon in die Budgetplanung einkalkuliert wurde. Selbst wenn, ist die Lage immernoch ziemlich extrem. Angesichts der nun kommenden Rezession mit Deflation sollten die das Defizit besser auf weniger als 3% zurückfahren, was ja übrigens den Kriterien des Stabilitäts- und Wachstumpakts entspricht, die ja heutzutage jeder nur noch als Klopapier benutzt.

Aber Retronomics wäre nicht retro, wenn er nicht wüsste, dass es sowas schonmal gab: Grosse Depression 1931-33. Damals war’s nicht der Euro, sondern der “Goldstandard”. Damals war’s nicht Griechenland, sondern USA, Deutschland und Grossbritannien. Aber was nich is kann ja noch werden! 😉 Es freuen sich die Pharmafirmen mit ihren Antidepressiva…

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One comment on “Da kommt die Depression…

  1. Ich bin auch sehr skeptisch was Griechenland angeht. Man hat jahrelang auf Pump gelebt, da wird es äußerst schwierig jetzt den Hebel umzulegen. Es sind nicht nur schmerzhafte Einschnitte Notwendig sondern nicht weniger als ein Mentalitätswechsel. Ob die gr. Bevölkerung dazu bereit ist, ist schwer zu sagen. Hinzu kommt, dass die Maßnahmen (so sie denn eingehalten werden) auf Jahre das Wachstum belasten, die Neuverschuldung auf einem hohen Niveau verharren lassen sowie die Gesamtverschuldung noch höher treiben werden. Dass auch der Markt skeptisch ist, zeigen die jüngsten Auktionen der gov. bonds, die nur auf verhaltenes Interesse gestoßen sind. Auch verringern sich nicht – wie erhofft – die Spreads nachdem eine “Einigung” auf EU-Ebene getroffen wurde.

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