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Osterbenzin

“Dass sich gerade immer Ostern die Dinge so entwickeln, wie sie sich entwickeln und der Benzinpreis steigt, da fragen die Menschen sich zu Recht: Warum ist das eigentlich so?“

Zitat Frau Merkel, aus Spiegel Online entnommen

Zu Ostern wollen alle Deutschen gleichzeitig in den Urlaub, Verwandte besuchen, Eier suchen, oder was auch immer. Jedenfalls wollen alle gleichzeitig. Und alle wollen unbedingt, schliesslich ist Ostern! Im Markt von Angebot und Nachfrage bedeutet das, das sich die Nachfrage erhöht. Wenn nun das Angebot nicht auch genügend erhöht wird, steigen die Preise. Ich kann mir vorstellen, dass es sich für die Tankstellen und Ölgesellschaften nicht lohnt, für die paar Tage extra viel Sprit zu lagern. Und warum auch? Da alle Deutschen unbedingt und gleichzeitig zu Ostern autofahren wollen, ist die Nachfrageelastizität der Autofahrer gering. Zu Deutsch: sie sind bereit, alles zu zahlen, hauptsache endlich weg von Zuhause. Somit können die Tankstellen einen Extragewinn einstreichen.

Warum aber gibt es scheinbar keine Tankstellenketten, die sich den Extrasprit bestellen und lagern, um dann zu Ostern der Konkurrenz eins auszuwischen und den ganzen Markt abzuräumen? Das ökonomische Modell des “vollkommenen Wettbewerbs” sagt ja genau dies voraus. Tja, leider gibt es in der Realität nicht sehr häufig diese Art von Wettbewerb. Im Fall der Tankstellen sind wohl hohe Fixkosten für das Vertriebsnetz und geringe Gewinnmargen für oligopole Marktstrukturen verantwortlich (zu Deutsch: es gibt zu wenig Ketten). Somit fehlt auch der Wettbewerbsdruck und es entsteht eine stillschweigende Kollusion (deutsch: eine Absprache, die nicht abgesprochen wird).

Ist das schlimm?

Nein. Der Spritpreis steigt ja nur um ein paar Cent. Das deutet darauf hin, dass die Oligopoleffekte gering sind, zu deutsch: es gibt noch genug Wettbewerb. Verglichen mit dem Spritkonsum eines ganzen Jahres dürfte Ostern ein kaum spürbarer Effekt auf die Brieftaschen der deutschen Autofahrer sein.

Trotzdem, kann man was dagegen tun?

Ich glaube nicht. Stillschweigende Kollusion lässt sich nur durch eine Änderung der Marktstrukturen in Richtung mehr kleinere Firmen bekämpfen. Ich gebe zu, dass ich keine Ahnung habe, wie die jetzige Marktstruktur bei Tankstellen zustande gekommen ist. Sollte sie aber das Ergebnis freien Wettbewerbs gewesen sein, ohne staatliche Eingriffe, dann sollte man diese Struktur auch als optimal betrachten und so belassen.

So einfach ist das, Frau Bundeskanzlerin! Wundert mich, dass sie keine Berater hat, die ihr das erklären.

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