6 Comments

Inflation und Wohneigentum

Da ich den Artikel bereits auf Englisch geschrieben habe, folgt hier nur eine Kurzform auf Deutsch (bin einfach zu faul, um jetzt nochmal alles zu schreiben ;-)):

Was verursacht Inflation? Bis jetzt verweist die ökonomische Forschung meist nur auf den Zusammenhang zwischen Zentralbank-Unabhängigkeit und Inflation. Je mehr die Zentralbank unabhängig ist, desto niedriger fällt die Inflationsrate aus. Dies hat man weltweit beobachtet. Es könnte aber sein, dass diese Beziehung nicht “kausal”, sondern nur zufällig ist. Nun werft mal einen Blick auf meine Beobachtung:

Sie zeigt einen positiven Zusammenhang zwischen Wohneigentum und Inflationsraten. Je mehr die Menschen Häuser oder Wohnungen besitzen, desto höher die Inflationrate. Warum? Weil Häuser “inflationssicher” sind. Ihre Preise steigen mit der Inflation, so wie die Preise aller Produkte und Dienstleistungen, nur dass es besser ist, sich mit Häusern als mit Milchflaschen vor Inflation zu schützen, da letztere schnell verderblich sind ;-).

Wenn nun die Menschen ihr grösstes Vermögen in Häuser investiert haben, ihre Schulden aber meistens in Form von elektronischem Geld auf dem Bankkonto liegen (wo es völlig ungeschützt vor Inflation liegt), dann liegt es im Interesse dieser Menschen, dass die Inflationsrate steigt, damit ihre Schulden an Wert verlieren.

Diese Erklärung über die Ursachen für Inflationsunterschiede scheint mir deutlich plausibler zu sein als das Gerede um Zentralbank-Unabhängigkeit, denn diese existiert eigentlich sowieso garnicht. Gerade in Demokratien ist der Druck auf die Politiker und die Zentralbank so enorm, dass sie nicht einfach irgendeine Geldpolitik betreiben können, die keine demokratische Mehrheit hinter sich hat.

Daher wäre es wünschenswert, dass die ökonomische Forschung sich mehr mit Ursachen für Inflation beschäfigt, die in der Bevölkerung und nicht in irgendeinem bedeutungslosen Fetzen Papier im Finanzministerium liegen.

Update: Sorry, ich weiss nicht, was bei mir vorlag, dass ich so viele “liegen” geschrieben habe. Sobald mir eine Erklärung vorliegt, werde ich den dargelegten Tatsachen auf den Grund liegen, äh… gehen. 😉

Advertisements

6 comments on “Inflation und Wohneigentum

  1. Weist du wie Physiker so ein Diagramm nennen?
    eine Datenpunktwolke.. da einen “Gerade” durch zulegen (und sei sie noch so schön mathematisch korrekt errechnet) ist mit “gewagt” milde ausgedrückt! 😉
    Ich hätte auch kein Problem da eine “Kurve” mit drei Maxima durch zu legen.

    • Ist ja interessant. Ökonomen nennen das auch eine Datenpunktwolke. Und wir Ökonomen legen trotzdem Geraden rein, weil sie, sofern die dazugehörige Theorie logisch und robust ist, einen nachweisbaren Zusammenhang grafisch darstellen kann. Ich habe ja im Text darauf hingewiesen, dass es bis jetzt an einer ausgefeilten Theorie zu dem Zusammenhang zwischen Inflation und Wohneigentum fehlt. Eine grundsätzlich ablehnende Haltung gegenüber der empirischen Wirtschaftsforschung ist aber vergleichbar mit einem Piloten, der nachts im dunkeln lieber ohne Instrumente fliegt.

      Übrigens würde sich durch das “Hineinlegen” von drei Maxima nicht der positive Zusammenhang zwischen den zwei Faktoren ändern.

  2. Ich glaube der Punkt von Michael war weniger die Linearität des Zusammenhangs anzuzweifeln (drei Maxima, nicht-linear, das ist viel realistischer!), sondern den Zusammenhang an sich. Um mit den Worten des Artikel selbst zu antworten:

    > Es könnte aber sein, dass diese Beziehung nicht “kausal”,
    > sondern nur zufällig ist.

    Die Tatsache, daß man da beliebig irgendwelche Funktionen durchlegen kann, spricht doch für Zufall.

    Was nicht heißen muss, daß der Zusammenhang nicht existiert. Das Diagramm jedoch, spricht allerdings eher gegen- als für diesen.

    • Richtig, Kausalität ist mit dieser Grafik überhaupt nicht bewiesen. Dafür muss man eine passende Theorie entwickeln und prüfen, wozu ich ja aufgefordert habe. Ich wollte bloss einen Denkanstoss geben.

      Erneut muss ich aber darauf bestehen, dass man NICHT einfach “beliebig irgendwelche Funktionen durchlegen kann”! Niemand könnte durch diese Datenpunkte eine fallende Gerade durchlegen und behaupten sie wäre statistisch solide.

  3. Wie war das noch, fuer BWLer sind alle Ungraden Primzahlen?
    3 stimmt
    5 stimmt
    7 stimmt
    Theorie hinreichend bewiesen!
    😉

    • Falsch. Der überprüfte Datensatz ist viel zu klein, um ein solides Ergebnis liefern zu können :-P. Es gibt nicht nur BWLer auf dieser Welt. BWL umfasst, wie der Name sagt, nur betriebliche Themen, wie z.B. Mitarbeiterführung, Marketing, etc. Sobald größere wirtschaftliche Zusammenhänge untersucht werden müssen, sind VWLer gefragt.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: