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Warum Prognosen meistens scheitern

Peak Oil ist mal wieder in die Zukunft verschoben worden (Artikel). Für alle Unwissenden, Peak Oil ist die Theorie, dass die verfügbare Menge an förderbarem Öl bald ihren Höhepunkt erreichen sollte. Peak Oil wurde früher schonmal für das Jahr 2000, dann 2004, dann 2010 vorhergesagt. Was bei diesen Prognosen nie berücksichtigt wird ist das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Denn bereits bevor Peak Oil erreicht ist wird die Förderung von Öl teurer, schliesslich muss man immer mehr Aufwand betreiben, um an neue Reserven ranzukommen. Die Nachfrage geht dann in Folge von höheren Preisen zurück, wodurch Peak Oil womöglich nie oder erst sehr spät erreicht wird.

Prognosen können natürlich nicht berechnen, welche Erfindungen oder Einsparmöglichkeiten sich die Menschen ausdenken, um ihren Konsum von Öl auf andere Resourcen umzustellen. Private Güter können niemals “ausgehen”, weil vorher Preisanstiege dies verhindern werden. Öl ist ein Gut, von dessen Benutzung ich andere ausschliessen kann (sprich: man kann nicht einfach auf ein fremdes Ölfeld gehen und etwas abpumpen). Deshalb ist es ein privates Gut. Fische sind kein privates Gut, da die Meere allen offen zugänglich sind und man tatsächlich jemand anderem die Fische “wegfischen” kann. Deshalb sterben viele Fischsorten aus und deshalb sind Prognosen über das Aussterben solcher Arten auch sinnvoll und zuverlässig.

Anderes Beispiel: Staatsschulden. Die Bank for International Settlements hat eine Studie herausgegeben, die die Entwicklung der Staatsschulden einiger Länder zu prognostizieren versucht (siehe PDF). Auch hier wurden wieder Striche in die Zukunft gezogen nach dem Motto “was wäre wenn es immer so weiter geht”. Natürlich würden Staaten eher pleite gehen, als dass sie eine Schuldenquote von 300% vom BIP erreichen könnten. Japan liegt nur dank halbstaatlicher Banken bei 200% und pfeift schon bald aus dem letzten Loch. Griechenland ist bei 120% pleite gegangen.

Der eigentliche Zweck dieser Projektionen: Wir können erkennen, welch grosse Änderungen einige Staaten vornehmen müssen, um vom Pfand der Verdammnis wegzukommen. Doch auch dafür können wir den Grafiken keine klaren Schlussfolgerungen entziehen. Denn die Projektionen können nicht berücksichtigen, wie sich die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit oder das Zinsniveau ändert. Man muss also viel Streuung einkalkulieren.

Abschliessend kann man also sagen, dass Zukunftsprognosen nur in bestimmten Fällen angebracht sind. Viele Prognosen sind unrealistisch und werden populistisch missbraucht.

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2 comments on “Warum Prognosen meistens scheitern

  1. Exactly right. As the supply of oil falls, its price rises. Consequently the relative prices of oil alternatives fall. People will naturally substitute alternatives for oil both in suply and demand. Demand for any good becomes more elastic in the long run precisely because of substitution and conservation. Germans should understand this: during WWII when short of oil you invented a feasible but expensive oil substitute. That was 6 decades ago.

    Economists learned this lesson centuries ago when the Malthusian prediction that population growth would outpace food suplies. We know now that the opposite is true: population growth slowed and food production soared due to technology.

    Socialism, peak oil, mercantilism… Some people never learn.

    • I thought about writing a second post about this issue in English, but it seems my readers are bilingual anyway 🙂

      Of course, you are right. Malthus is a perfect example for the same kind of wrong thinking. Many people think too often in “ceteris paribus” terms (i.e., everything else being constant). Fact is, mankind rises to challenges. Therefore, predictions about the future of oil consumption or many other types of consumption are not reliable.

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