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Wo ist der “gute” Mensch?

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Beim Fussball findet man ihn jedenfalls nicht. Luis Fabiano lügte vor hunderten Kameras den Schiedsrichter an nach seinem Tor, das er mit Hilfe des Oberarms erzielt hatte. Bei einer späteren Pressekonferenz rühmt er sich auch noch, dass er nur so ein so wunderschönes Tor erzielen konnte. Er musste es einfach tun, so suggerierte er.

Der deutsche Torhüter Manuel Neuer bemerkte sicherlich, dass der Ball nach dem Schuss eines englischen Gegenspielers deutlich hinter die Torlinie ging. Verlange ich zuviel Ehrlichkeit (oder “sportsmanship”, wie die Engländer so treffend sagen), wenn ich meine er hätte dem Schiedsrichter sagen können, dass es ein reguläres Tor war?

Heutzutage freut man sich schon auf Spiele, in denen nicht massenhaft gelbe oder rote Karten verteilt werden. Ist jemandem auch nur irgendeine besonders erwähnenswerte faire Aktion eines Spielers aufgefallen? Mir nicht.

Warum ich darüber schreibe, obwohl mein Blog “Retronomics” heisst? Ganz einfach: Es zeigt sich halt immer wieder, dass man sich nicht auf “das Gute” im Menschen verlassen kann. Der Mensch ist tendenziell/mehrheitlich ein egoistisches Wesen, das nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Deshalb können die so unbeliebten neoklassischen ökonomischen Modelle des rationalen Nutzenmaximierers so viele gesellschaftlich-ökonomische Zusammenhänge so gut beschreiben. Auch wenn es viele nicht wahr haben wollen, der Mensch ist so. Andere Lebewesen sind genauso, ja die ganze Natur/Welt basiert auf zum grossen Teil auf Egoismus. Und das erstaunlichste ist, dass dieser Egoismus überhaupt erst dafür sorgt, dass Lebewesen überleben und dass der Mensch es zu einer so fortschrittlichen Zivilisation wie die der heutigen westlichen Welt gebracht hat.

Bedeutet das nun, dass man das zuvor erwähnte Verhalten der Fussballer gutheissen sollte? Nein. Wann immer man die Möglichkeit hat, sollte solch ein Verhalten bestraft werden, auch wenn man sich keine Hoffnungen machen sollte, es der Menschheit jemals abgewöhnen zu können. Aber wie heisst es doch: “Die Hoffnung stirbt zuletzt”. Vielleicht kann das Anprangern solcher Verhaltensweisen und die ein oder andere ehrliche Vorbildfigur doch wenigstens einen kleinen Teil unserer Gesellschaft daran erinnern, dass es so etwas wie Fairness und “sportsmanship” gibt.

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One comment on “Wo ist der “gute” Mensch?

  1. […] ich schon in “Wo ist der gute Mensch” schrieb, betrügen Fussballer ohne Ende, Spiel für Spiel. Wer heutzutage von Bänkern keine hohe […]

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