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Quantitative Easing

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Heute gibt’s Begriffserklärung. Dem Begriff “Quantitative Easing” kommt zurzeit in der Politik eine hohe Bedeutung zu, aber es gibt keine passende Übersetzung ins Deutsche (vielleicht quantitative Erleichterung, klingt aber eher nach Toilettensprache :-/).

Also: “Quantitative Easing”, oder short äh kurz “QE”, so nennt man das was die Zentralbanken der USA und Europas in den letzten zwei Jahren betrieben haben, nämlich frisches Geld drucken klicken (eigentlich wird ja nix gedruckt, das geschieht heutzutage zwischen den grossen Banken alles elektronisch per Mausklick, sozusagen “eMoney”. Gedruckt wird erst auf spezielle Anforderung der Banken, die das “eMoney” bekommen).

Wozu aber wurde frisches Geld ge”klickt”? Tja, man brauchte ja Geld, um den bankrotten Banken ihre “giftig” gewordenen Wertpapiere abzukaufen und sie damit von ihren Sorgen zu befreien.

Des häufigeren lese ich in der Presse, wie dieses Geldge”klicke” der Zentralbank mit Rekapitalisierung verwechselt wird. Rekapitalisierung bedeutet eher, dass man einer angeschlagenen Bank frisches Eigenkapital gibt, z.B. in dem diese Bank neue Aktien ausgibt, die dann von einem rettenden Investor (meistens der Staat) gekauft werden. Dadurch verbessert sich dann das Schulden/Eigenkapital-Verhältnis, so dass die Bank dann mehr Verluste verkraften kann.

Dies ist beim “QE” nicht der Fall. Die Bank hat nach der “Liquiditätsspritze” nicht mehr Eigenkapital als vorher, aber sie ist immerhin ihre verfaulten Anlagen los. Es wurden also bloss die Zusammensetzung der Investments der Bank geändert von “faulen” Wertpapieren (das sind heutzutage auch griechische Staatsanleihen) zu frischem Geld, das bei Bedarf in Form von Krediten an Bankkunden weitergegeben werden kann.

Und hier kommt der Knackpunkt beim “QE”: Wenn die Banken tatsächlich das frische Geld an ihre Kunden weitergeben und es damit in den Wirtschaftskreislauf hineingerät (der Ökonom spricht dann davon, dass das Geld anfängt Produkte und Dienstleistungen zu “jagen”), dann droht Inflation, denn dann “jagen” mehr Geldscheine die gleiche Menge an realen Gütern, so dass der Geldschein an sich relativ an Wert verliert zu den Produkten, die damit gekauft werden können.

Da allerdings bis jetzt die Banken keine gefahrenlose Möglichkeit sehen, das Geld in die Wirtschaft in Form von Krediten hineinzubringen, lassen sie es lieber bei der Zentralbank zu einem Zinssatz von 0,25% liegen oder kaufen sich dafür amerikanische oder deutsche Staatsanleihen. Deshalb konnte man soviel Geld klicken (USA und Europa zusammen etwa 3 Billionen Dollar), ohne (bis jetzt) Inflation zu verursachen. Solange die Banken krank sind und ihre Schulden abbauen müssen, um sich für zukünftige Krisen zu stabilisieren, wird das auch so bleiben. In Japan liegen schon seit fast 10 Jahren Billionen an frisch geklicktem Geld bei den Banken, ohne dass man dort bis jetzt auch nur einen Hauch von Inflation gesehen hätte. Eher ist Japan bekannt für seine Deflation.

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