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Immer noch lahme Erholung

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Wow, 3 Prozent Wachstum in 2010? Wie gesagt, Deutschland bräuchte 3,7% Wachstum in 2010, 2011 und 2012, um bis 2013 wieder auf dem alten Wachstumspfad zu sein. Prognostiziert sind aber nach 3% dieses Jahr nur 1,5% in 2011 und 2012, was auch Sinn macht, da man mit 99,9% Sicherheit davon ausgehen kann, dass die jetzigen Wachstumszahlen von der Erholung des Welthandels profitieren, welcher sich bald wieder auf Vorkrisenniveau befindet, was immerhin tröstlich ist, da sich somit die Befürchtungen, dass diese Krise vermehrt protektionistische Massnahmen zufolge hätte haben können, (vorerst) nicht bewahrheitet haben.

Puuh, das war ein langer Satz, ‘Schuldigung.

Jedenfalls sollte sich Deutschland nicht allzu lange auf sein Exportwachstum verlassen. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts versuchten es die lateinamerikanischen Staaten auf die selbe Tour. Gut, ein paar von ihnen gelang es dadurch zwischenzeitlich zu den reichsten Nationen der Welt zu gehören (Argentinien, Uruguay), aber dieser Erfolg war mit der Grossen Depression und dem Zweiten Weltkrieg vorbei.

Eine extreme Exportabhängigkeit macht eine Wirtschaft empfindlich für weltweite Krisen. Ferner beruht der Exportvorteil meistens auf bestimmten Produktsorten mit einem bestimmten technischen Entwicklungsgrad. Dieser Vorteil verschwindet irgendwann, wenn andere Staaten aufgrund besserer Bildungssysteme und mehr technischem Fortschritt aufgeholt haben. Lateinamerika verdiente vor hundert Jahren gut mit dem Export landwirtschaftlicher Produkte, bis die Europäer und Amerikaner ihre Märkte abschotteten, billigere afrikanisch-asiatische Konkurrenz kam, und die chemische Revolution der Nachkriegszeit die technologische Rückständigkeit der Lateinamerikaner aufdeckte.

Deutschland liegt in Sachen Bildung eindeutig zurück hinter Konkurrenten wie Südkorea oder Japan. Eines Tages, vielleicht nicht in allzu ferner Zukunft, werden Chinesen, Koreaner oder Japaner womöglich der deutschen Industrie in Sachen Maschinengütern (dem Hauptexportgut Deutschlands) den Rang ablaufen. Was bleibt dann Deutschland noch? Eine brummende Binnenwirtschaft (sprich: Dienstleistungen, High-Tech-Produkte)?

Alles, was einem hochentwickelten Land heutzutage noch Wachstum auf die Dauer bringen kann, z.B. Gesundheitsdienstleistungen (High-Tech-Medizin), High-Tech-Elektronikprodukte, Finanzdienstleistungen, IT-Technologien, Dienstleistungen unter Einsatz von IT-Technologien, oder Forschung an Universitäten, all das existiert in Deutschland überhaupt nicht oder nur in viel zu geringem Maße. Deutschland steht da aber keineswegs alleine da. Die meisten europäischen Länder haben diese Entwicklung völlig verschlafen. Das einzige an zukunftsfähigen High-Tech-Produkten aus Europa, was mir auf Anhieb einfällt, ist die Chemieindustrie in der Schweiz, Frankreich und teilweise auch Deutschland.

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