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Wir brauchen kein Wachstum? Ha!

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Das Erdbeben in Haiti brachte 200.000 Menschen um. Das Erdbeben in Chile brachte 500 Menschen um. Das Erdbeben in Neuseeland brachte niemanden um (siehe Artikel). Dies spiegelt auch die Unterschiede in der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit dieser Länder wieder. In Haiti kann man noch so gute Bauvorschriften erlassen, aber die Menschen dort können sich solch teure Häuser, wie sie die Neuseeländer bewohnen, einfach nicht leisten.  Meiner Meinung nach ist dies ein gutes Beispiel dafür, dass die Menschen auf dem Holzweg sind, die behaupten, dass wir in Ländern wie Deutschland auch ohne Wirtschaftswachstum ganz gut leben können.

Klar, jetzt haben wir in Ländern wie Neuseeland, Japan, und sogar Chile bereits ziemlich gute Häuser. Was kann da schon ohne Wachstum schlechter werden, wird sich der Wachstumsskeptiker fragen. Aber es kann sehr viel schlechter werden.

Beispiel Afrika: der schwarze Kontinent ist ja bekannt dafür, dass dort in den letzten paar Jahrzehnten so gut wie kein Wachstum herrschte. Dennoch sollte man nicht glauben, dass der Fortschritt an den Afrikanern völlig vorbeigegangen sei. Afrika ist mittlerweile ein riesiger Markt für Mobiltelefone, und auch Computer und Autos werden dort womöglich bald Fuß fassen.

So ist es halt in der heutigen Welt: selbst wenn mehrere Länder “beschließen” würden, nicht mehr wirtschaftlich zu wachsen, würde es irgendwo andere Länder geben, in denen der technische Fortschritt weitergeht. Dieser technologische Fortschritt muss dann “importiert” werden, nur dass dann die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des stagnierenden Landes eigentlich nicht ausreicht, um sich die neuen Dinge zu leisten. Außer man spart woanders.

Und so sieht es in weiten Teilen Afrikas auch aus. Immer mehr Leute kommen dort in den Besitz von modernen Technologien wie Mobiltelefone oder Computer, weil diese Dinge natürlich die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft und den Lebenstandard steigern können. Dafür wird aber bei anderen Dingen gespart, wie z.B. Häuser, Straßen, oder der Wasser- und Stromversorgung.

Wenn der technologische Schub durch die importierten Produkte groß genug wäre, könnte man wenigstens hoffen, dass ein paar Jahre später auch genügend Geld vorhanden sein wird, um dann wieder in die Infrastruktur zu investieren. Falls dies aber nicht der Fall wäre, hätte man bloß den Schwerpunkt des Konsums verschoben. Mehr Handys, weniger Häuser. Jeder der kurz nach dem Fall des Kommunismus 1990 Osteuropa besuchte, konnte sehen, wie dort die Häuser und die allgemeine Infrastruktur heruntergekommen waren. Im Kommunismus stagnierte die Wirtschaft bestenfalls und der Konsum wurde auf Staatsbefehl auf die Schwerindustrie und auf Rüstungsgüter umgeleitet.

Wer glaubt, man könne die Zeit einfach anhalten und alles so lassen, wie es jetzt ist, hat eines noch nicht begriffen: Das Leben ist dynamisch. Nichts bleibt, wie es ist. Auf Wachstum zu verzichten heißt nicht, dass alles so “schön” bleibt wie es ist.  Würde es ein 12-jähriges Kind 10 Jahre später nicht auch bereuen, freiwillig auch seine Weiterentwicklung verzichtet zu haben? Wer sich dem Fortschritt querstellt, hat Angst vor Veränderungen. Das ist verständlich, aber keine Lösung. Eher wird es Zeit,  “erwachsen” zu werden, denn es gibt noch viel zu tun in dieser Welt.

Wie ja viele Aktivisten darauf hinweisen, gibt es immer noch Milliarden von Menschen auf der Erde, die in relativ armen Verhältnissen leben, die keine lange Lebenserwartung haben, bei denen jedes zweite Kind das Vorschulalter nicht erreicht, denen das Geld nicht mal für eine regendichte Wohnung reicht, geschweige für ein Auto, eine Waschmaschine, oder einfach nur für genug Essen. Und auch in den “wohlhabenden” Ländern dieser Welt gibt es genügend Menschen, die sich viele Annehmlichkeiten, die andere längst für selbstverständlich halten, nicht leisten können. Es gibt viele, die sterben, weil die Medizin noch keine wirksame Behandlung für sie gefunden hat.

Das einzige, was all diese Probleme beheben kann, ist Wirtschaftswachstum. Es ist der Grund, warum wir in Deutschland weit weniger Probleme haben, als in Afrika. Und es könnte der Grund sein, warum zukünftige Generationen noch weniger Probleme als wir haben werden. Vorausgesetzt wir tun etwas dafür und schmeißen nicht die Flinte ins Korn.

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