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Bitte anschnallen, es könnte holprig werden!

Die Medien und die meisten Politiker haben die “Eurokrise” schon abgehakt, dabei geht’s jetzt erst so richtig los. Dieser Artikel zeigt, dass die im Umlauf befindliche Geldmenge in Griechenland, Irland und Spanien bereits wieder kräftig schrumpft. Offenbar ziehen Investoren und Anleger ihre Gelder aus den krisengefährdeten Staaten ab.

Die Geldmenge “M1” hat schon die Grosse Rezession von 2008/09 (und viele andere Rezessionen) um circa 3-4 Quartale vorhergesagt. Wie schon der bekannte Ökonom Milton Friedman vor Jahrzehnten postulierte, kann eine schrumpfende Geldmenge Symptom oder Ursache von Rezessionen sein. Im Falle der Eurokrise wird beides der Fall sein. Der drohende Bankrott dieser Staaten veranlasst Anleger, ihr Vermögen ausser Landes zu parken. Dadurch schrumpft die Geldmenge, was zur Deflation führen wird (sinkendes Preisniveau, weil bei gleich vielen Gütern weniger Geldscheine im Umlauf sind). Da Löhne und Preise kurzfristig starr sein können (die Menschen passen sich nicht so schnell an neue Bedingungen an), führt übermässige Deflation zu steigenden Lohnkosten und damit zu mehr Arbeitslosigkeit, was den Konsum- und Investitionsanreiz wiederum verringert.

All dies dürfte in Griechenland, Irland und Spanien (und womöglich auch in Portugal) ab Frühjahr 2011 passieren. Dann wird sich zeigen, wie man mit der immer drängenderen Frage nach einem Schuldenerlass in Griechenland umgeht. Ausserdem wird der europäische Rettungsfond viel zu tun bekommen, wenn gleich mehrere Staaten Hilfen benötigen werden.

Aber wohl am interessantesten wird sein, wie die halbwegs gesunden Volkswirtschaften Deutschlands, Frankreichs und Italiens diese Krise bewältigen können und wie deren Banken dies überleben können. Jedenfalls wäre das Geld vorhanden, um eine erneute europaweite Krise zu vermeiden. Aber wird es politisch durchsetzbar sein, erneut fremden Staaten und den eigenen (schon mal geretteten) Banken zu helfen? Populismus könnte hier zu überraschenden Ergebnissen führen, schlimmstenfalls einem Auseinanderbrechen der Eurozone.

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