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Die Wahrheit über Spekulation

Die NZZ hat neulich einen hervorragenden Artikel gebracht, der ganz nüchtern die Funktionsweise von Terminmärkten erklärt (hier der Link). Diese sind ja derzeit in der Kritik, weil dort angeblich “Spekulanten” die Preise für Weizen und andere Nahrungsmittel und Rohstoffe in übertriebene Höhen trieben.

Eigentlich bräuchte es ja keine aufwändige Beschreibung von Terminmärkten, um den Unsinn dieser Spekulationskritik darzustellen. Was wird den Spekulanten vorgeworfen? Dass sie die Preise übertrieben hoch bieten? Dass sie damit unverantwortlich handeln?

Wenn die Preise übertrieben hoch wären, wäre es jedem Bürger freigestellt, unter Einsatz seines privaten Vermögens auf fallende Preise zu setzen und dabei einen schönen Gewinn für sich abzusahnen. Da dies niemand macht, müssen wir davon ausgehen, dass die Preise entweder aufgrund schlechter Ernten und hoher Nachfrage gerechtfertigt hoch sind, oder dass, ähnlich wie bei dem “dot-com-bubble”, einfach kollektive Übertreibung bezüglich der Preiserwartungen herrscht. In diesem Falle aber wüsste ich nicht, wer sonst über die Mittel und die Weisheit verfügen sollte, die Preise auf das richtige Niveau (wo immer das sein soll?) herunter zu bieten.

Bezüglich dem Vorwurf der Unverantwortlichkeit der Spekulanten kann man ebenfalls nur den Kopf schütteln. Wie der NZZ-Artikel schon erklärt, sind es eben gerade hohe Preise, die man bei Knappheit unbedingt braucht, um Hungersnöte zu vermeiden. Sie geben den Anreiz zu mehr Produktion und dienen als Signal, wo die Knappheit besonders groß ist und entsprechend als erstes die Produkte verkauft werden sollten. Es gibt genügend Beispiele aus Tausenden von Jahren Menschheitsgeschichte, wo staatlich festgelegte Preisobergrenzen zu Hungersnöten führten, weil ja dann der Verkauf von knappen Nahrungsmitteln in Hungersnot-Gebieten nicht mehr Geld einbringt als in versorgten Gebieten. Der Verkäufer müsste dann sogar noch mit Transportkosten draufzahlen, um die Hungerleidenden zu bedienen. Klingt grausam, aber leider reagieren Menschen nur auf Geld. Schaut’s doch in den Geschichtsbüchern nach, wenn ihr mir nicht glaubt.

Also, um es nochmal klarzustellen: Wir sind alle Spekulanten und das ist auch gut so!

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