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Am falschen Ende sparen…

…lohnt sich nicht. Jetzt wird gemeckert, dass die deutschen Bundesländer in den Jahren 2009 und 2010 insgesamt 239 Millionen Euro für ungenutzen Schweinegrippe-Impfstoff ausgegeben haben.

Eine einfache Rechnung zeigt, warum man sich über diese Art von “Verschwendung” von Steuermitteln nicht ärgern sollte/muss: 239 Millionen Euro macht ziemlich genau 3 Euro pro deutschem Bundesbürger (für zwei Jahre, wohlgemerkt!). Rein rational betrachtet (ohne zu berücksichtigen, dass Menschen besonders stark an ihrem Leben hängen) lohnt sich dieses Geschäft, wenn das Risiko, den Impfstoff doch zu brauchen, so hoch ist, dass der dann entstehende “Schaden” genauso viel wert ist.

Bei der Spanischen Grippe von 1919/20 starben in einem einzigen Land wie Frankreich knapp 500.000 Menschen. Folgendes vereinfachtes (jaja, unrealistisches, aber annäherungsweise richtiges) Beispiel: Wenn man mit 239 Millionen Euro 500.000 Tote verhindern könnte, müsste jedes gerettete Menschenleben nur 478.000 Euro wert sein, damit es sich “rational” lohnt.

Nicht ohne Grund aber kommt man sich immer etwas schäbig vor, wenn man solche Rechnungen anstellt. Letztendlich gefährdet jeder Mensch mit seinen “normalen” Keimen tagtäglich seine Mitbürger. Dies nehmen wir (als Gesellschaft) als geringes und schwer reduzierbares Risiko hin. Bei so eklatanten Risiken allerdings wie Pandemien verursacht ein Mensch potenziell enorme “Externalitäten”, um es mal ökonomisch auszudrücken.

Eine der Aufgaben eines Staates ist, die Bürger vor Gewalt durch andere Bürger zu schützen. Dieser Schutz der körperlichen Unversehrtheit gilt auch bei pandemischen Krankheiten. Deshalb steht auch in jeder mir bekannten Verfassung, dass der Staat für die allgemeine Gesundheit der Bürger zu sorgen hat. Eine Impflicht wäre daher im Falle der Schweinegrippe angemessen gewesen. Auf jeden Fall nicht angemessen ist, über das “verlorene” Steuergeld zu meckern. Es war nicht nur eine sinnvolle Rückversicherung für alle Bürger, sondern ist mit 239 Millionen für 2 Jahre genauso günstig wie 24 Jahre staatliche Pferdezucht, um ein Beispiel zu nennen. Angesichts dessen, dass solche gefährlichen Grippeviren relativ selten auftreten (alle paar Jahrzente) eigentlich kein schlechter Deal, oder?

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